Liebe Leser:
Was wird uns das neue Jahr bringen und wie wird die Zukunft der IT aussehen?
Fangen wir mit den Fakten an:
Mehr als 1,5 Mio. Menschen arbeiten in Deutschland in der IT-Industrie, 977.000 davon in der Software-Branche. 62 Mrd. EUR wurden in diesem Jahr in professionelle IT-Angebote investiert. Fast die Hälfte der Investitionen (28 Mrd. EUR) flossen in Dienstleistungen, fast 1/4 der Budgets (14,5 Mrd. EUR) gingen in Software. Mit +3,2% konnten die Software-Anbieter den höchsten Zuwachs verbuchen, gefolgt von den IT-Dienstleistern mit +2,8%.
Laut IDC zählten "Cloud Computing" und "Unified Communications" zu den Werttreibern dieses Jahres. Capgemini kommt in seinem Ausblick für die kommenden Jahre zu dem Schluss, dass die Harmonisierung von ERP-Systemen sowie das Infrastruktur- und das IT-Service-Management mit ITIL ganz oben auf der Agenda von IT-Entscheidern steht - gefolgt von Security-, Business Intelligence-, Portal-, CRM- und Mobilitäts-Projekten.
Wennn unsere Industrie kontinuierlich gute Arbeit leistet, werden die IT-Investitionen in Deutschland im Jahr 2013 auf 69 Mrd. EUR anwachsen - ein Plus von 7 Mrd. EUR zu heute. 17 Mrd. EUR werden allein in neue Software fließen. Die jährliche Zuwachsrate der IT-Industrie liegt bei 1,7%, in der Software-Branche sogar bei 3,2%. Bis zu 3.000 neue, vornehmlich kleine und mittelständische Unternehmen werden entstehen.
Zugleich werden Themen, wie "Platform-as-a-Service" und "Software-as-a-Service" im Rahmen von "Cloud-Computing" unsere kleinteilige IT-Industrie in den kommenden Jahren dramatisch verändern und die "Software-Industrialisierung" einleiten. Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Flexibilität auf Basis offener Standards und Schnittstellen werden zu maßgeblichen Werttreibern von Software-Services. Hinzu kommen neue Themen, "Real Time Web", "Augmented Reality" und "Outernet".
Um zu erfahren, wo es lang geht, hilft die Leitfrage des New Yorker Journalisten, Buchautors und Internet-Visionärs Prof. Jeff Jarvis:
"What would Google do?"
Anfang Dezember präsentierte der Suchmaschinen-Gigant gleich eine Reihe neuer Dienste, die den Weg weisen. So wird die personalisierte Suche mit Ergebnissen nach eigenen Vorlieben ebenso selbstverständlich, wie die Echtzeit-Suche mit Treffern aus Twitter und Facebook und - sehr spannend - die Suche über Fotos, wenn Sie mit einem Android- oder iPhone unterwegs sind.
Bye, bye Blackberry, tschüss Windows Mobile!
In drei Jahren erwartet Gartner weltweit 522 Mio. verkaufte Smartphones, davon gut 75 Mio. Android-Geräte - dem Shootingstar des Jahres. Den Markt teilen sich im Jahr 2012 Symbian OS (39%), Android OS (14,5%) und Apple OS (13,7%), gefolgt von Windows Mobile (12,8 Mio.) und Absteiger Blackberry OS (12,5%). 22% aller mobilen Endgeräte werden in 3 Jahren mobile Alleskönner sein, mehr als 60% auf Open-Source-Basis (u. a. Symbian, Android, WebOS).
11. Gebot: "Ich werde nicht Schuld gewesen sein"
Zum Glück wird die Kritik an politischen Feldversuchen, wie dem Nationalen IT-Gipfel, Ursulas "Zensur-Gesetz", dem Rohrkrepierer Gesundheitskarte, der ungeliebten De-Mail, dem Subventions-Programm Theseus und anderen "Leuchtturmprojekten" hörbar lauter. Doch noch immer missbraucht die Bundespolitik im Jahrestakt die Begriffe Mittelstand und KMU für neue Milliardenprojekte zu Gunsten von Fraunhofer, SAP, Siemens, Telekom und Co.
Die Generation der "Internet-Ausdrucker" trickst mit nahezu allen Mitteln, um alte Industrien künstlich am Leben zu erhalten und in eine neue, vermeintlich nachhaltige Wachstumsphase zu pushen. Auf Bundesebene werden Milliarden-Beträge versenkt, um die eigene Reputation aufzumöbeln, Freunde aus der Großindustrie zu "pampern" und sich lukrative Beraterposten für die Zeit nach der Politik zu sichern. Eine der neuesten Ideen sind "IT-Räte" - auch auf Länderebene.
Bleiben wir bei den interessanten Entwicklungen:
Die Harvard Business School fand in einer 6-jährigen Langzeitstudie die wahren Faktoren für Innovationen - also Neuerungen - heraus. Fernab der Kategorie "Buzzword-Bingo" wurden die Positionen von 3.000 Führungskräften und 500 Jungunternehmern analysiert. Die fünf Merkmale innovativer Entwicklungen sind:
1. Assoziieren, 2. Fragen, 3. Beobachten, 4. Experimentieren und 5. Entdecken.
Vielleicht sollten auch Politiker, (Berliner) Verwaltungsbeamte und angestellte Manager ein wenig mehr zuhören, Fragen stellen, mit offenen Augen durch die Welt gehen und vor allem MUT haben. Diese Eigenschaften sind allerdings weit entfernt von Macht ausüben, juristischen Winkelzügen und dem Übertünchen der eigenen Angst.
Zu guter Letzt: Einblicke in meine "kleine Welt"
Der Erfolg im Geschäft wird immer stärker von den vier Faktoren Ort, Zeit, Profil und Stimmung abhängen. Die Verfügbarkeit von Informationen via Smartphone setzt eine umfassend vernetzte Präsenz voraus. Soziale Medien wie Twitter, Slideshare, Flickr und YouTube ermöglichen den ersten Eindruck (den ohne zweite Chance). Unsere Profile bei XING, Linkedin und Facebook bieten Interessenten die Möglichkeit der Einordnung und Bewertung unserer Person und unserer Leistungen.
Vermittler - wie Journalisten - spielen eine immer geringere Rolle in unserem Geschäft. Wir bekommen die Freiheit, unsere Entwicklung durch direkte Vernetzung, dezentrales Handeln, Vertrauen und Kontinuität maßgeblich selbst zu definieren. Faule Ausreden fliegen in der Link-Gesellschaft sofort auf. Ich freue mich als Unternehmer auf das Arbeiten im Echtzeit-Web via Smartphone und als Kunde auf Shopping am "Point of Experience" sowie individuelle Angebote.
Damit sind wir beim Service:
Die IT-Branchenumfrage der Hauptstadtregion
Als IT-Unternehmen in der Hauptstadtregion sollten Sie die Chance nutzen, jetzt an der jährlichen IT-Branchenumfrage des SIBB e. V. teilzunehmen. Das PDF-Formular zum Ausfüllen und Versenden finden Sie im Servicebereich der SIBB-Website unter dem offiziellen Kurzlink. Einsendeschluss ist Freitag, der 29. Januar 2010. Die Ergebnisse präsentiert der IT-Branchenverband im Februar '10 auf seiner Jahresauftakt-Pressekonferenz.
Der 2. IT-Branchentag im Online-Fotorückblick
250 Besucher aus Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung und Politik besuchten am 2. Dezember '09 den 2. IT-Branchentag - http://www.opendayberlin.de/ - der Hauptstadtregion. Mit 30 Sessions in 4 Themen-Tracks sowie 20 Programmpartnern, Ausstellern, Unterstützern und Sponsoren war der Open Day Berlin 2009 ein voller Erfolg. Lassen Sie unseren Tag der offenen Tür noch einmal Revue passieren - im SIBB-Fotoalbum bei Flickr unter diesem Kurzlink.
Tauchen Sie in die Zukunft ein und wagen Sie wieder mal einen Blick über den Tellerrand. Im Online-Portal http://www.marketingBOERSE.de/ finden Sie ein wirklich visionäres Whitepaper, dessen Kernbotschaften schon heute im Alltag erkennbar sind: Kurzlink.
Weitere aktuelle Studien zu IT und Internet:
ZUKUNFT:
Jeff Jarvis: Was würde Google tun?
Präsentation bei Slideshare
Bundesbürger sehr interessiert an vernetztem Zuhause
3. TNS Convergence Monitor - TNS Emnid 08.2009
Mobiles Internet ab 2015 in Deutschland Selbstverständlichkeit
Internationale Delphi Studie 2030 - TNS Infratest 12.2009
Statt Bullshit-Bingo: Die 5 Geheimnisse der Innovation:
Langzeitstudie der Harvard Business School - CNN.com 12.2009
REALITÄT:
Das war 2009 - Ein IT-Jahresrückblick
Die Gewinner + die Verlierer - Computerwoche.de
Einblick + Ausblick zum Wachstumsmotor IT-Industrie
IDC-Studie Wachstumsmotor IT - Microsoft 11.2009
Die Investitionsthemen 2010 deutscher IT-Entscheider
Studie IT-Trends 2009 - Capgemini 12.2009
Internet maßgeblich entscheidend im B2B-Kaufprozess
IFOM Online Klima I/2009 - IFOM 07.2009
Social Media Nutzung großer deutscher Unternehmen
Empirische Studie der Universität Göttingen - 12.2009
ZU GUTER LETZT:
Sollten wir noch nicht online vernetzt sein, hier die wichtigsten Links:
Ich wünsche ich Ihnen ein frohes Weihnachtsfest, ein paar ruhige Tage zwischen den Jahren und einen guten Start ins neue Jahr. Lassen Sie uns auch 2010 offen und vernetzt Ideen entwickeln, Wege auswählen und zielgerichtet zusammenarbeiten!
Herzliche Grüße
Ihr
Thomas Keup
Labels: 2010, Ausblick, IT-Industrie, Prognose, Top-Themen