Soziale Medien - Alter Wein in neuen Schlächen?
Liebe Leser:
In einem Interview mit dem langjährigen CeBIT-Chef und "Erfinder" der WEBCiety - Prof. Dr. Sven Prüser - diskutierte ich in dieser Woche für das regionale Magazin "Wirtschaftswunder Berlin-Brandenburg" die Bedeutung von Sozialen Medien für mittelständische Unternehmen. Das gemeinsame Ziel unseres intensiven Dialogs: Der Sinn und Zweck von sozialen Plattformen im täglichen Geschäft von Unternehmern, Geschäftsführern und leitenden Mitarbeitern.
Dabei verglich Sven Prüser die Business-Netzwerke XING und Linkedin mit der guten, alten Visitenkartenbox auf dem Schreibtisch von Geschäftsleuten. Zunächst hielt ich die Idee für abwegig. Dann erinnerte ich mich an meine eigene Vorstellung von Twitter als "Wiedergeburt" des Nachrichtentelegraphen hier im Blog. Grund genug, mich ein wenig weiter umzusehen, was es noch so bereits einmal gab.
Twitter + identi.ca
Telegraph / Ticker - Fortlaufender Nachrichtenstrom mit aktuellen Kurznachrichten - rund um die Uhr. Besonderheit: Keine Exklusivität von Agenturen für Redaktionen. Stattdessen Neuigkeiten und Wissenswertes - von jedem für jeden.
Friendfeed + Amplify
Kaffeeküche / Flurfunk - Treffpunkt für den kurzen, schnellen Meinungsaustausch zwischendurch. Besonderheit: Möglichkeit, gezielt interessanten Menschen und ihren Beiträgen zu folgen - ohne je wieder etwas zu verpassen.
Twitpic + Yfrog
Schnappschuss / Polaroid - Schnelle und einfache Möglichkeit, spontan Fotos vom Smartphone zu veröffentlichen (und auf Twitter zu publizieren). Besonderheit: Veröffentlichung mit geringer Zeitverzögerung, und damit sehr aktuell + relevant.
Blogger + Wordpress
Tagebuch - Persönliche Aufstellung von Erlebnissen und Erfahrungen aus dem eigenen Alltag. Besonderheit: Offener Einblick und direkte Stellungnahme durch die Leser. Damit Rückmeldung und persönliche Weiterentwicklung möglich.
Flickr + Picasa
Fotoalbum / Diashow - Sammlung eigener Fotos aus Urlaub, Familie, Hobby und Arbeit. Besonderheit: Offen einsehbar für Freunde, Bekannte, Kollegen und Kunden. Individuelle Nutzungsrechte und Vernetzung mit Interessenten möglich.
Slideshare + Scribd
Handout + Flyer - Geschäftliche Informationen einfach online lesen. Besonderheit: Durch Schlagworte und Empfehlungen finden interessierte Besucher die eigenen Dokumente. Der lästige Versand von "Docs" und "PowerPoints" entfällt.
XING + Linkedin
Visitenkartenbox - Umfassende Sammlung der eigenen Geschäftskontakte - sortiert nach dem Alphabet. Besonderheit: Auffinden interessanter Personen aus den Kontakten der eigenen Geschäftspartner. Neue Kontakte via Empfehlungen möglich.
Facebook + VZ-Net
Klickentreff / Schulhof / Spielplatz - Treffpunkt von Freunden und Bekannten mit Kommunikation (Live-Meldungen), Small-Talk (Chat) und Selbstdarstellung (Pinnwand). Zunehmend auch im geschäftlichen Kontext interessant.
Natürlich erhebt diese Aufstellung keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es gibt viele ähnliche und immer wieder neue Dienste. Der kommunikative Wert entsteht aus der offenen Vernetzung der selbst genutzten Medien und Netzwerke. Und damit der Möglichkeit, einen persönlichen Eindruck zu vermitteln und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Übrigens: Das Interview mit Sven Prüser zu Sozialen Netzwerken im Mittelstand erscheint in der Februar-Ausgabe von "Wirtschaftswunder Berlin-Brandenburg". Regionale Unternehmer und Geschäftsleute können sich hier kostenlos in den Verteiler aufnehmen lassen.
Labels: Alter Wein, Mittelstand, Neue Schläuche, Soziale Medien, Soziale Netzwerke, Vergleich


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